Beim Weltjugendtag in Köln waren am Rand des Veranstaltungsgeländes zwei große Zelte aufgestellt. Das eine diente der Eucharistischen Anbetung, das andere war für das Sakrament der Versöhnung vorgesehen.

Am Samstag Abend, vor der abschließenden Eucharistiefeier mit Papst Benedikt XVI., waren beide Zelte ringsum belagert, es war kein Durchkommen. Bei diesem Anblick mochte man nicht glauben, dass manche von einer "Krise des Bußsakraments" sprechen. Tausende junge Menschen standen Schlange, um zu beichten!

Das Bußsakrament gehört zu den schönsten Sakramenten, die jemand empfangen kann. Es ist die Begegnung des verlorenen Sohnes mit dem barmherzigen Vater. Es bringt die Versöhnung mit Gott, die zu erreichen Jesus für uns am Kreuz gestorben ist. Auf Golgotha hat der allmächtige Gott seine Hand zur Versöhnung ausgestreckt.

Ein Mensch kehrt um, bekennt seine Schuld. Er steht zu seinem Versagen und bittet Gott um Vergebung. Im Bußsakrament ergreift der Sünder diese ausgestreckte Hand Gottes und nimmt sein Angebot an. Es ist die menschliche Antwort auf die göttliche Liebe, die Christus in unsere Welt gebracht hat.

Zur Beichte ist das persönliche Be-kennen begangener Sünde unerlässlich. Die zu er-kennen kann ein Gewissensspiegel (Gotteslob oder Link s.u.) eine gute Hilfe sein. In dem Wissen, dass Gott nur das Beste für mich will, kommt das Leben auf den Prüfstand.

Dazu ist es wichtig zu wissen:

 

Was ist eigentlich Sünde?

Der Begriff Sünde kommt heute kaum mehr vor.

Falls doch, dann wird er oft verharmlosend verwendet, wenn man etwa vom Parksünder und von sündhaft teurer Kleidung redet. Und selbst Zarah Leander mit ihrem Lied "Kann denn Liebe Sünde sein?" fordert die Zuhörer zu einem "Nein" auf. So wird die Sünde, die wieder und wieder einen Keil zwischen Gott und Mensch treibt, als minderschlimm und als etwas nicht Ernstzunehmendes eingestuft.

Die meisten Menschen haben das Bedürfnis, sich allen Müll von der Seele zu reden. Davon zeugen schon allein die Fernseh-Talkshows am Nachmittag. Das Gewissen funktioniert. Wer aber sein Gewissen nicht vor Millionen von Zuschauern und zu deren voyeuristischer Freude erleichtern will, der kann es im Beichtstuhl anonym und unter dem unverbrüchlichen Siegel des Beichtgeheimnisses tun.

Deshalb zurück zu unserer Frage: was ist eigentlich Sünde? - Das Wort selber kommt von absondern, sich ausschließen von der Gemeinschaft mit Gott. So wie das Licht die Dunkelheit vertreibt, so kann sich die Sünde angesichts der Heiligkeit Gottes nicht halten. Es gibt nur ein Entweder-Oder: Entweder hell oder dunkel, entweder mit Gott oder mit der Sünde.
Allgemein gefasst lässt sich mit dem Katechismus sagen:

"Eine Sünde begeht, wer Gottes Gebot mit Wissen und Willen übertritt."

Der Mensch entscheidet sich freiwillig und bewusst dazu, die Liebe Gottes zu missachten, im Umgang mit sich selber, im Umgang mit den anderen und im Umgang mit Gott. Die konkretere Fassung muss jedem selbst überlassen bleiben und ist die Aufgabe der persönlichen Vorbereitung auf die Beichte. Die bereits erwähnten Gewissensspiegel geben dazu Hilfestellung, und auch der Priester im Beichtstuhl ist gerne bereit, zu einer guten Beichte zu verhelfen.

 

Beichtgelegenheiten in Woffenbach

Im Internet kann man sich über alles informieren. Nur zum Beichten muss man persönlich kommen. In Woffenbach ist jeden Freitag Nachmittag Beichtgelegenheit, siehe Pfarrblatt'l. Vor den großen Feiertagen werden vor allem in den Stadtkirchen und am Mariahilfberg zusätzliche Beichtzeiten angeboten.

 

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