Am 1. Mai 1965 legt Kurat Josef Wittmann den Grundstein für eine neue Kirche in Woffenbach, die unter dem Patronat des hl. Willibald stehen soll. Architekt Franz Xaver Gärtner aus Pölling zeichnet für den Bauplan verantwortlich. Nach 1,5jähriger Bauzeit kann der damalige Bischof von Eichstätt und spätere Kardinal, Dr. Joseph Schröffer, Altar und Gotteshaus weihen.

Patronat

Willibald ist der Gründerbischof des Bistums Eichstätt. Er wurde im Jahr 700 in England geboren. Nach Genesung von schwerer Krankheit genoss er eine gute Ausbildung im Kloster und wurde dann selber Mönch.
Hl. WillibaldNach dem damaligen Ideal verließ er die Heimat und ging auf große Pilgerfahrt, kam zunächst nach Rom und zog dann weiter ins Heilige Land. Auf der Rückkehr machte er Station in Konstantinopel und gelangte schließlich nach Montecassino, wo bis heute das berühmte Benediktinerkloster steht. Nach mehreren Jahren Aufenthalts dort unternahm er erneut eine Reise nach Rom. Dort begegnete er Papst Gregor III., der begeistert seinem Reisebericht zuhörte. Auf Bitten von Bonifatius schickte der Papst Willibald zur Unterstützung für dessen Germanien-Mission nach Deutschland. Bonifatius weihte den Mönch im Sommer des Jahres 740 in Eichstätt zum Priester. Ein Jahr später legte er ihm in Sülzenbrücken (nahe Erfurt) erneut die Hände auf und weihte ihn zum Bischof.
In Eichstätt baute Willibald den ersten Dom und gründete sein erstes Kloster. Weitere Klostergründungen sind für Solnhofen, Heidenheim am Hahnenkamm und Herrieden bezeugt. Nach unermüdlichem und segensreichem Wirken verstarb Bischof Willibald am 7. Juli 787. Sein Grab befindet sich im Hohen Dom zu Eichstätt.

Ausstattung

Unsere Kirche hat den Grundriss eines griechischen Kreuzes, Zeichen Jesu Christi und Zeichen der Erlösung. Wer auf die Kirche zugeht, sieht zuerst eine Zeltform, die an das alttestamentliche Vorbild des "Bundeszeltes" erinnern soll: während der Wüstenwanderung hatte das Volk Israel stets ein eigenes Zelt für Gott dabei, in dem die Bundeslade mit den Zehn Geboten aufgestellt wurde. Dieses Zelt sollte sichtbar machen, dass Gott bei ihnen gegenwärtig ist.
Die Ausstattung der Kirche ist modern-spärlich. Das Kreuz an der Front ist unübersehbar, nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch weil es der einzige Schmuck ist. Links vom Altar die Figur der Gottesmutter, die uns ihr göttliches Kind zeigt. Umlaufend unter dem Dach ein Fries aus weißem und buntem Glas, das an den Ecken bis zum Boden gezogen den Blick nach draußen frei gibt.

Glocken

Glocken

Am 5. Oktober 1969 weiht Generalvikar Josef Pfeiffer drei Glocken für die Pfarrkirche. Die größte unter ihnen ist die Christus-Glocke (Ton g') mit 900kg Gewicht. Eine halbe Tonne bringt die Willibalds-Glocke mit dem Schlagton b' auf die Waage. Der Benjamin unter den Woffenbacher Glocken ist Johannes dem Täufer geweiht. Sie wiegt 370kg und klingt mit dem Ton c'. 

Orgel

Am 9. September 1973 ist auch das Musikinstrument fertig eingebaut. Die Woffenbacher Kirchenorgel wurde von der Fa. Sandtner aus Dillingen mit einem wagemutigen Prospekt erbaut, der zwölf Meter über dem Spieltisch in die Höhe ragt. Sie verfügt über 19 klingende Register, spielbar auf zwei Manualen und Pedal. Während die Spieltraktur vollständig mechanisch ausgeführt ist, funktioniert die Registertraktur elektro-pneumatisch.

Orgel in Woffenbach

Disposition:

Positiv:

Gedackt 8'
Principal 4'
Spitzflöte 4'
Sesquialtera 2f.
Octave 2'
Scharff 1' 4f.
Schalmey 8'
Tremulant

Hauptwerk:

Principal 8'
Rohrflöte 8'
Blockflöte 4'
Feldpfeife 2'
Quinte 1 1/3'
Mixtur 2' 6f.
Trompete 8'
Tremulant

Pedal:

Flötbaß 16'
Gemshorn 8'
Nachthorn 4'
Rauschpfeife 4' 4f.
Baßdulcian 16'



Koppeln: II - I, II - P, I - P

Spielhilfen: Mechanischer 6-facher Setzer