Die Pfarrei Woffenbach wurde 1970 gegründet. Damit ist sie die zweitjüngste der fünf katholischen Pfarrgemeinden auf Neumarkter Stadtgebiet.

Der Ort Woffenbach selbst natürlich ist bedeutend älter. Eine erste bekannte Siedlung am "Bach" datiert vom 8.-11. Jahrhundert. Mehrere Personen aus Woffenbach und ein Schloss sind im Mittelalter schriftlich bezeugt. Von 1432 an konkretisiert sich die Geschichte: Pfalzgraf Otto I. von Pfalz-Mosbach kauft vom Deutschen Orden mehrere Höfe südlich des Woffenbach. Jene Güter, die nördlich des Bachlaufs liegen, gehen an die Familie derer von Freudenberg, in deren Besitz damals das Woffenbacher Schloss war.

Diese Aufteilung schlägt sich auch bei der Zuordnung der kirchlichen Hirtensorge nieder: Schloss und zugehörige Güter werden von Pölling seelsorglich betreut, die übrigen Güter von Neumarkt aus, einige wenige von Berngau. Auch die Reformation hinterlässt ihre Spuren: in den einzelnen Teilen Woffenbachs werden nach und nach die lutherische, teils auch die calvinistische Religionspraxis eingeführt. Erst als die Oberpfalz 1628 an Bayern kommt, kehrt der Katholizismus im gesamten Ort zurück. In diesen Wirren trifft der Dreißigjährige Krieg Woffenbach hart: von den ehemals 43 Familien bleiben nur 10 übrig.

In der Folge erlebt das Woffenbacher Schloss eine wechselvolle Geschichte. 1879 erwirbt ein gewisser Georg Tischner aus Rittershof die Schlosskapelle und schenkt sie der Gemeinde Woffenbach. Die anderen Teile des Schlosses verkauft Ludwig Freiherr von Gemmingen-Hornberg nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter anderem das Altenheim des BRK und der Friedhof verdanken ihm ihre Existenz und ihre Lage. In dieser Zeit entwickelt sich Woffenbach zur größten Gemeinde im damaligen Landkreis Neumarkt. Die Chronik berichtet, in der Zeit von 1945-1955 seien in Woffenbach 150 neue Häuser entstanden. Im Januar 1965 erhält Woffenbach deshalb in der Person von Kurat Josef Wittmann seinen ersten eigenen Seelsorger.

Pfarrkirche

Da die Schlosskapelle, die bisher als Gottesdienstraum diente, zu klein wurde, wird am 1. Mai 1965 der Grundstein zu einer neuen, größeren Kirche in Woffenbach gelegt. Am 25. März 1967 wird die Gemeinde St. Willibald als Filiale der Stadtpfarrei St. Johannes d. T. gegründet. Drei Jahre später, am Hochfest der Diözesanpatronin Walburga, das ist der 25. Februar 1970, erhält die Filiale ihre Eigenständigkeit.
Im Zuge der Gebietsreform wird am 1. Juli 1976 der Ortsteil Stauf Teil der Pfarrgemeinde Woffenbach.

Die Pfarrer

Pfarrer Anton Lang
Nach der Gründung der eigenständigen Pfarrei Woffenbach am 25.2.1970 wird der vormalige Seelsorger von Berg, Anton Lang, der erste Pfarrer der neu entstandenen Pfarrgemeinde. Segensreich kümmert er sich um den inneren Aufbau, zahlreiche Initiativen und Gründungen gehen auf sein Engagement zurück. Als Pfarrer Lang am 12. Mai 1999 im Alter von 71 Jahren stirbt, hat das junge Pflänzchen längst Wurzeln geschlagen. Anlässlich seines ersten Todestags wird im Jahr 2000 auf Beschluss des Neumarkter Stadtrats der Kirchplatz in "Pfarrer Anton Lang-Platz" umbenannt.

Pfarrer Helmut Hummel
Der neue Pfarrer der noch jungen Pfarrgemeinde heißt jetzt Helmut Hummel. Zehn Jahre lang leitet er die Geschicke der Pfarrei und organisiert zusammen mit zahlreichen Helfern unter anderem den Umbau und die Generalsanierung des Pfarrheims St. Willibald. Am 28. Juli 2002 erhält das "neue" Pfarrheim den kirchlichen Segen und kann wieder uneingeschränkt genutzt werden. Auch zwei Primizfeiern darf Pfarrer Hummel mit seiner Pfarrei ausrichten. Im Jahr 2010 verabschiedet er sich beim Pfarrfest von seiner Pfarrgemeinde und tritt in den Ruhestand.

Pfarrer Ewald Scherr
Ewald Scherr übernimmt ab 1. September 2010 die Leitung der Pfarrei St. Willibald. In seine Amtszeit fällt die 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung Woffenbachs. Gefeiert werden außerdem 50 Jahre Kolping, 50 Jahre Kindergarten und 50 Jahre Pfarrgemeinde. Mit ebendieser Pfarrgemeinde organisiert Pfarrer Scherr im Jahr 2012 die dritte Primiz Woffenbachs innerhalb von nur zehn Jahren. Rekord! Anlässlich der Neustrukturierung der Seelsorge wird der "Pastoralraum Neumarkt-West" mit den Pfarreien Pölling und Woffenbach errichtet, in dem eine verstärkte Zusammenarbeit der Pfarreien stattfinden soll. Krankheitsbedingt tritt Pfarrer Scherr im Oktober 2017 vorzeitig in Ruhestand.

Pfarrer Roland Seger
Aus Meckenhausen kommt am 1. Februar 2018 Pfarrer Roland Seger nach Woffenbach und wird am Lichtmesstag unter zahlreicher Teilnahme von Vereinen und Bevölkerung herzlich begrüßt.


 

Die Gemeindereferent-inn-en

Irmgard Schick

Die wachsende und aktive Pfarrgemeinde erhält personelle Unterstützung. Im Jahr 1995 kommt Irmgard Schick als Gemeindereferentin nach Woffenbach. Sie gründet die "Kinderkirche", fördert die Familien- und Jugendarbeit und ist vielfach Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und Eltern. Nach 14 Jahren Dienst nimmt sie Abschied und tritt eine neue Aufgabe an.

 

Stephan Götz

Ihr Nachfolger wird Stephan Götz. Er wirkt fünf Jahre in der Pfarrgemeinde, bevor er in der überregionalen kirchlichen Jugendarbeit ein neues Betätigungsfeld übernimmt.

 

Jürgen Engeler

Als neuer Mitarbeiter kommt Pastoralreferent Jürgen Engeler nach Woffenbach. Innerhalb kürzester Zeit bereichert er das kirchliche Leben in St. Willibald. Völlig überraschend verstirbt er aber nach wenigen Monaten im Alter von nur 39 Jahren.

Kathrin Ziegaus 

Kathrin Ziegaus heißt die neue Gemeindereferentin, die das Bistum Eichstätt in Woffenbach einsetzt. Frau Ziegaus wirkt zwei Jahre in der Pfarrei.

 

Claudia Kühnlein

Im Herbst 2017 nimmt Claudia Kühnlein als Gemeindeassistentin ihre Arbeit auf. Da der neue "Pastorale Raum" Gestalt annehmen und die Zusammenarbeit der Pfarreien verstärkt werden soll, wird sie den Pfarreien Woffenbach und Pölling gemeinsam zugeordnet.